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Auszug aus einem Faltblatt von Schwester Sigrid:

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„Ihr sollt meine Wunden heilen“

So lautet der Auftrag an meine Ordensgemeinschaft.

Wir tragen den Namen „Arme Schwestern vom heiligen Franziskus.

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Mein Name ist Schwester Sigrid Ehrlich,

ich möchte mich Ihnen kurz vorstellen:

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1989        wurde ich von meiner Provinzleitung von Köln nach Frankfurt versetzt und hospitierte in einer ökumenischen Tagungsstätte

1990        Seither suchte ich wohnungslose Menschen in U-Bahn Haltestellen, Parks, unter Brücken und auf öffentlichen Toiletten auf. Ich wusch Ihre Wunden auf der Straße.

1991        Fand ich ein Haus für sechs Personen. Der evangelische Verein für Wohnraumhilfe übernahm die Trägerschaft.

1992        Erfolgte die Gründung der Vereins Lichtblick, zusammen mit Ehrenamtlichen aus Kirche, Orden und freier Wirtschaft. Meine Ordensleitung schenkte uns einen VW-Bus.

Wir erwarben und sanierten ein Haus, in dem wir zehn Personen betreutes Wohnen anbieten konnten. Eine sinnvolle Ergänzung zu anderen Einrichtungen.

1993        Immer wieder wurde ich mit der Not schwerkranker, selbstmordgefährdeter und sterbender Menschen, mit schwangeren Frauen und Obdachlosen konfrontiert. Ich fühlte mich hilflos. Meine Suche nach einem geeigneten Haus für aktuelle Notfälle blieb vorerst erfolglos.

1994        Darum suchte ich weiter nach niederschwelligen Wohnmöglichkeiten

-          Notbetten für vorübergehend Kranke, die häusliche Pflege benötigen

-          Für eine Wohngemeinschaft zur Beheimatung älterer körperlich oder geistig-seelisch abgebauter Menschen

-          Für eine Wohngemeinschaft für jüngere arbeitsfähige Menschen als Übergang zu einer eigenen Wohnung

1995        Es gibt grünes Licht für eine Liegenschaft. Für dieses Projekt geht aus dem Verein Lichtblick ein weiterer Verein hervor: „Lichtblick aktiv Schwester Sigrid e. V.“

1996         +

1997        Nach längeren Verhandlungen können wir das Haus Lichtblick an der Eschersheimer Landstrasse in Frankfurt kaufen. Es handelt sich um ein Haus aus ehemaligen US-Liegenschaften, Bundeskanzler Helmut Kohl half uns.

1998        Beginn der Sanierungs- & Umbauphase

1999        Eröffnung von „Haus Lichtblick“

2000        Feierliche Einweihung. Zunächst 26 Menschen finden hier betreutes Wohnen für Langzeitkranke und Pflege, Heute sind es 35 Menschen.

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2006        Eine dringend notwendige Erweiterung des Immobilie sieht vor: Anbau eines Pavillons als Esszimmer sowie Aufstockung des ganzen Gebäudes um zwei Etagen.

2007        Die Baugenehmigung wird erteilt

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2010        Der erste und der zweite Bauabschnitt sind fertig gestellt; hoffentlich können wir bald mit dem Bauen fortfahren.

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Kurze Vorstellung von Schwester Sigrid

Sigrid Ehrlich, SPSF, (* 1937 in Schlesien) ist eine deutsche Ordensschwester, die sich in der Pflege Obdachloser in Frankfurt am Main engagiert. Sie ist Trägerin des Bundesverdienstkreuzes. Man nennt sie auch die "Mutter Teresa von Frankfurt".

Leben

Das Vorbild der Ordensgründerin der Armen Schwestern vom Heiligen Franziskus, Franziska Schervier, brachte Barbara Ehrlich 1956 dazu, in diesen Orden einzutreten und nahm den Ordensnamen Sigrid an. Sie machte eine Ausbildung in Aachen als Krankenpflegerin im Mutterhaus ihres Ordens. 1989 schickte sie ihr Orden, die Armen-Schwestern vom Heiligen Franziskus, nach Frankfurt am Main. Seit 1990 ist sie aktiv in Frankfurt in der Obdachlosenhilfe tätig; zu den Tätigkeitsfeldern des Ordens gehört die Arbeit mit Ausgegrenzten. 1992 gründete sie den Verein „Lichtblick e.V.“ sowie 1995 den Verein „Lichtblick aktiv Schwester Sigrid e.V.

Für ihr Engagement erhielt Ehrlich das Verdienstkreuz erster Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Tätigkeit in der Obdachlosenhilfe

Durch ihren Verein "Lichtblick e.V." versucht Sigrid Ehrlich, die Not Obdachloser in der Main-Metropole zu lindern. Anfangs sammelte sie Wohnsitzlose auf Bahnhöfen, öffentlichen Toiletten, in Parks und Brücken auf, versorgte diese, kümmerte sich um deren Verwundungen und Wohlergehen. Mit ihrem Verein Lichtblick aktiv Schwester Sigrid e.V. versucht sie Notbetten, Wohngemeinschaften für Obdachlose sowie Wohnungen für geistig- und körperlich Behinderte zu schaffen, um diesen ein selbstständiges Leben zu ermöglichen. 1997 wurde ein Haus in Dornbusch, später in Bergen-Enkheim, gekauft und 1999 wurde ein Wohnhaus für Obdachlose in der Eschersheimer Straße eröffnet, das rund 40 Männern und Frauen Betreuung bietet. Sie wohnt regelmäßig in ihrem Kloster und im Wohnhaus. Ein weiterer Bereich ihres Engagements besteht darin, feste Wohnungen für Obdachlose zu vermitteln sowie die Integration obdachloser bzw. wohnsitzloser Menschen in die Gesellschaft zu betreiben. Es wurden bisher über 300 feste Wohnungen vermittelt.

Die Tätigkeit von Schwester Sigrid wurde in diversen Medien (Print als auch Rundfunk und TV) aufgezeigt.

Auszeichnungen

  • Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, 1994
  • Bürgermeister-Wilhelm-Fay-Preis, 1995.
  • Walter-Möller-Plakete, 1996.
  • Dr. Gabriele-Strecker-Preis, 2008.
  • Verdienstkreuz erster Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, 2010.

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